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Das Diözesanmuseum für Kirchenkunst

Das Diözesanmuseum für Kirchenkunst entstand in den Räumlichkeiten des ehemaligen Santa Chiara-Klosters. Es ist am größten Platz der Stadt, dem Garibaldiplatz, neben der Santa Chiara Kirche, gelegen.

Eine kurze Geschichte des Santa Chiara -Klosters

Das Kloster wurde im Jahre 1269 von Florisenda aus Palena gegründet und ist ein des ältesten Klausurklöster der Abruzzen. Das Kloster durchlief unterschiedliche Phasen von Entwicklung und Zerstörung wie zum Beispiel das Erdbeben 1706, durch welches die wichtigsten Monumente und Teile der Stadt stark beschädigt wurden.

1866, fünf Jahre nach der italienischen Einheit, wurden im italienischen Königreich zwei Gesetze erlassen: die königliche Anordnung 3036 vom 7. Juli 1866, die die Beseitigung aller religiösen Ordnen und Zünfte verordnete, und das Gesetz 3848 vom 15. August 1867, das die Aufteignung alles Kircheneigentums verordnete. Im Rahmen dieser Gesetze wurde auch Santa Chiara-Kloster endgültig geschlossen und seine Räumlichkeiten wurden von da an auf verschiedenste Arten genutzt.

Das Gebäude

Das Gebäude besteht aus zweien Etagen: im Erdgeschoss gibt es ein Sprachzimmer, das damals den einzigen Kontakt zur Außenwelt darstellte, eine innere Kapelle, eine Küche, die Keller und andere Diensträume. In der ersten Etage liegen der Stift und das Dormitorium.

In letzter Zeit wurde das Kloster renoviert, da der ursprüngliche Bau im Laufe der Jahrzehnte verändert wurde. Die Restaurierungsarbeiten konzentrierten sich auf das Erdgeschoss. Die Veränderungen werden besonders beim Betrachten des Bogengangs im inneren Hof deutlich.

In diesem Teil des ehemaligen Klosters befindet sich das kulturelle, bürgerliche Diözesanzentrum Sulmonas. Dieses Zentrum besteht aus dem Diözesanmuseum für Kirchenkunst, der bürgerlichen Pinakothek der Moderne und der Diözesanbibliothek, in der man Texte und Zeitschriften über die örtliche Geschichte in einem neuen Lesesaal einsehen kann.

Organisation des Diözesanmuseum für Kirchenkunst

Das Diözesanmuseum für Kirchenkunst liegt in den ehemaligen Räumlichkeiten des Refektoriums und der inneren Kirche.

Unter den Schätzen des Museums befinden sich Ölgemälde auf Holz und auf Leinwand, Steinfunde, Holzskulpturen,  Goldschmiedekünste, Kodizes und Textilhandarbeiten.

Die ehemalige Kapelle ist in zwei Säle aufgeteilt: im ersten Saal kann man Werke von 12. bis 14. Jh. und im Zweiten Werke von 16. Und 17. Jh. finden.

Wichtigste Werke

Während der Restaurierung wurden im ersten Saal viele Gräber von Nonnen gefunden. Sie wurden dort bis zum Jahre 1804 bestattet, bis das napoleonische Edikt von Saint-Cloud erlassen wurde. Dieses Edikt erlaubte die Beerdigung von Verstorbenen nur noch außerhalb der Stadt aufgrund hygienischer und ideologisch-politischer Gründe. Eines der wichtigsten Elemente dieses Saals ist eine Sequenz von Fresken des 13.Jh., die Episoden aus dem Leben Christi und des St. Franziskus darstellen. Ursprünglich sollten diese Fresken die innere Kapelle komplett ausfüllen, doch heutzutage ist nur ein Teil davon sichtbar.

Unter den Werke in diesem Saal kann man folgendes finden: ein Seidentuch, das aus zwei Teilen zusammengeheftet ist und aus einer bearbeiteten weißen seidenen Goldbrokat und Taft Kasel[1] besteht. Dieses Gewebe ist mit exotischen Elementen, wie Elefanten, Gazellen und Doppeladlern dekoriert. Bei dieser Kasel wurden auch ein Paar Lederstiefel und eine rote, seidene Tasche gefunden. Nach der Überlieferung enthielt diese Tasche die Gebeine des St. Panfilo, des Schutzheiligen der Stadt.

In diesem Saal kann man auch wichtige Goldschmiedekunstwerke finden. Unter diesen befindet sich auch ein goldfarber  Silberkelch, der mit durchscheinenden Schmelzen dekoriert ist. Dieser Kelch trägt den Name des Künstlers, Ciccarello di Francesco di Bentevenga, und den Stempel Sulmonas aus der zweiten Hälfte des 13. Jh.

Unter den mehrfarbigen Baumskulpturen ist eine Statue von St. Katharina aus der Basilika von St. Maria del Colle in Pescocostanzo zu sehen. Diese Statue ist ein Zeugnis der französisch-gotischen Einflüsse durch Neapel und Orvieto.

Einige der Ölgemälde auf Holz und auf Leinwand in diesem Saal wurden „Maestro di Caramanico“  zugeschrieben, einem namenlosen Maler, dessen Stil von den toskanischen Mustern mit leuchtenden Farben und plastischen Figuren mit unscharfen Konturen beeinflusst wird.

Im letzen Saal, dem ehemaligen Refektorium, kann man den Schatz von St. Panfilo finden. Er besteht aus Silbergeschirr, liturgischen Gegenständen und Schenkungen der  lokalen adligen Familien.

Außerdem befinden sich in diesem Saal liturgische Gewänder vom 15. Jh. bis 19. Jh. und Manuskripte. Die Wichtigsten sind ein Missal aus dem Jahre 1255, dem Jahr der Heiligsprechung der heiligen Chiara, die auch auf diesem Missal erscheint, und eines von 1264. Dieses Werk ist einer der ältesten franziskanischen Kodizes, der der Zerstörung der Legendae[2] über Sankt Franziskus entging, die vom Ordenskapitel in Paris infolge der inneren Konflikte der Kongregation veranlasst wurde.

Mit seinem historischen und artistischen Erbe ist das Diözesanmuseum für Kirchenkunst Zeugnis des kulturellen Reichtums dieses Lands und spielt zudem eine wichtige soziale Rolle. Es lässt sich als ein gemeinsames Erbe betrachten, welches die Kunst von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. Es ist ein Ort, an dem metaphysische Güter wie Kenntnisse, Werte und Traditionen gesammelt sind, welche dieses Land ausmachen.

Öffnungszeiten: 

Täglich  9 – 13 Uhr

15.30 – 17.30 Uhr

Bei Besuchen am Frühen Morgen ist eine vorherige Anmeldung nötig.

[1] Kasel S.f. [spätlateinisch casŭla, Diminutiv von casa (Haus),«Hütte»; genauer «Hüttchen»]. – Alter Name des großen Messgewands mit einer einzigen Öffnung für das Haupt. Dieses Messgewand wurde bis zum 13. Jh. benutzt. Heutzutage wird es in der neuen Liturgie während der Messe angezogen. (Informationsquelle: Treccani Enzyklopädie)

[2] Lagendae pl. [mittellateinisch legenda s.f.] Legende, Geschichte, Heiligenleben.


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Das mittelalterliche Aquädukt Sulmona von Antonella Capaldo übersetzt von Chiara La Vella wird unter den Creative Commons Attribuzione – Non commerciale – Non opere derivate 4.0 Internazionale Lizenz veröffentlicht.

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